Wer hatte nicht schon einmal den Wunsch ein Musketier zu werden? Den König beschützen, geniale Kameradschaft erfahren und neue Abenteurer erleben?! Den Leitspruch "Einer für alle, alle für Einen" einmal hautnah spüren? Die BESJ-Jungschar und -TC der Chrischona Leerb machten sich dies zum Ziel und zogen auf nach Effingen in das Musketierlager. Vom 7. - 14. Juli zogen 50 Kinder, 14 Leiter, drei Küchenchefs und ein Gango in neue Wagnisse.
Am Samstag, 7. Juli versammelten sich 50 Kinder am Bahnhof in Schöftland. Alle hatten den Wunsch Musketiere zu werden. Doch schon am Bahnhof kristallisierten sich die ersten Probleme heraus. Nicht alle der 14 bewährten und erfahrenen Musketiere wollten die Grünschnäbel mitnehmen. Was sollte der König mit so vielen unausgebildeten, jungen Beschützern anfangen?! Trotzdem wurden sie schliesslich mitgenommen. Im Musketierlager in Effingen mussten sie zuerst zu einem Fähigkeitstest antreten. Diesen bestanden zum Glück alle. Dank diesem und einem guten Wort des in dieser Woche anwesenden Königssohnes durften alle bleiben. Es folgte ein hartes Ausbildungstraining. Dabei wurde zum Beispiel die Sportlichkeit und die Ausdauer durch Spielturniere gefördert, die Geschicklichkeit durch das Spielen mit selbstgebastelte Minigolfanlagen und der Mut in Spielen während der Nacht. Aber auch das tatkräftige Zupacken während dem Lagerbau oder das Basteln und üben mit dem Degen fehlten natürlich nicht.
Als der König am Montag zu Besuch kam wurden alle Neuzuzüger mit dem riesigen, königlichen Degen zu Musketieren geschlagen. Stolz durften sie sich von nun an als Beschützer des Königs betiteln. Leider wurde diese Harmonie schon am nächsten Abend gestört als zwei hohe Beamte vom königlichen Hof meldeten, dass der König den Befehl gegeben habe, das Musketiercorps sofort aufzulösen. Die Mäntel und Degen seien abzugeben und das Lager sofort zu verlassen. Nach längerer Diskussion wurde dann beschlossen, dem Befehl des Königs Folge zu leisten. Besonders schlimm war, dass wir den Königssohn und seinen Freund, den Hofnarr, zurücklassen mussten. Trotzdem packte man in kürzester Zeit das Wichtigste zusammen und verliessen das Musketierlager. Etwas weniger als eine Stunde entfernt wurde im Wald mit Plachen eine Notunterkunft aufgestellt und in Gruppen auf verschiedenen Feuern das Abendessen gekocht. Zufälligerweise wurden während dem Durchforschen des Waldes die zwei "königlichen Beamten" gefunden. Aber nicht nur dass, sondern auch der Königssohn und sein Hofnarr waren geknebelt und gefesselt bei ihnen. Es wurde dann beschlossen, diese Betrüger zu überfallen und gefangen zu nehmen. Dies wurde auch getan. Die Betrüger wurden gefesselt und an einen Baum gebunden. Da es schon spät am Abend war, wurde die Gerichtsverhandlung auf den nächsten Morgen verschoben. Leider konnten die zwei Betrüger in der Nacht trotz Nachtwache der jungen Musketiere entkommen. Am nächsten Morgen wurde beschlossen in das Lager zurückzugehen, dem König eine Meldung zukommen zu lassen und ihn zu fragen, was nun wirklich sein Befehl gewesen sei.
Zum Glück klärte sich schliesslich das Ganze auf und es zeigte sich, dass der König schändlich von den Beamten, die seinen Thron wollten, über das Ohr gehauen worden war. Persönlich kam er ins Musketierlager, entschuldigte sich für die ganze Sache und bedankte sich, dass die tapferen Musketiere seinem Sohn das Leben gerettet hatten.
Die folgenden Tage im Musketierlager liefen voll unter dem Motto: "Der Königssohn hat Geburtstag!" Dies musste natürlich gebührend gefeiert werden und auch ein angemessenes Geschenk besorgt werden. Nach langem Hin und Her wurde beschlossen ihm eine Frau zu suchen. In einem Dorfspiel fand man vier Frauen, aus welchen die beste ausgewählt wurde. Diese wurde dem Königsohn an seinem Geburtstag überreichten, welchen wir am Freitag Abend bis lange in die Nacht hinein feierten.
Neben den aufregenden Erlebnissen im Musketierlager beschäftigte man sich auch mit dem Bau von einer Staumauer, einer Sauna, einer Alarmanlage, Fakeln, Heissluftballonen und vielen weiteren interessanten Sachen. Einen Tag konnten die Musketiere auch in der Badi in Villnachern ausspannen und sich vom anstrengenden Lagerleben erholen. Jeden Tag tankten sie auch Energie, indem sie in der Bibel lasen und in kleinen Gruppen besprachen, was sie für ihr Leben daraus lernen können. Am Mittwoch Abend bekamen sie Besuch von einem jungen Mann, der ihnen erzählte, was er mit Gott erlebt hatte und fortlaufend erlebt. Auch erklärte er, wie dringend jeder Mensch die Hilfe Gottes für sein persönliches Leben braucht.
Nach so viel Spass und Action kehrten alle Musketiere müde und glücklich nach Hause zurück, um sich zu erholen. Und wer weiss, vielleicht wird der König sie wieder einmal brauchen und dann werden sie sich wieder versammeln. Denn nicht umsonst heisst es: "Einer für alle, alle für Einen"!